Dr. med. Torsten Hoheisel | Internist | Gastroenterologe.

Ernährungstipps und -hilfen

Ballaststoffe
Die Ernährung spielt bei den meisten Darmerkrankungen eine wichtige Rolle. Sie wirkt sich nicht nur auf die Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhlgangs aus, sondern ist darüber auch bei der Entstehung bösartiger Darmerkrankungen von Bedeutung. Insofern hat die Ernährung einen bleibenden Einfluss auf unsere Gesundheit.

Die Ernährung sollte:

  • zu regelmäßigen Stuhlgang führen
  • Abführmittel überflüssig machen
  • keinen breiigen Stuhl oder durchfallartigen Stuhl verursachen
  • Übergewicht vermeiden und soweit wie möglich vermindern helfen.

All dies lässt sich mit einer Ernährung erreichen, die reich an so genannten Ballaststoffen ist. Ballaststoffe sind Bestandteile pflanzlicher Zellen, die von unseren Verdauungssekreten nicht soweit aufgespalten werden, dass sie durch die Darmwand hindurch in die Blutgefäße gelangen - und sie können Wasser binden.

Was bewirken Ballaststoffe?

  • Positive Beeinflussung der Darmtätigkeit
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel haben eine sättigende Wirkung, sind meist arm an Kalorien und helfen damit vorhandenes Übergewicht abzubauen.
  • Lösliche Ballaststoffe, die in Äpfeln, Bananen oder auch im Hafer vorkommen, senken den Cholesterinspiegel und verringern das Herzinfarktrisiko
  • Unlösliche Ballaststoffe, wie sie sich z.B. in Getreide, vor allem in Vollkornprodukten, Weizenkleie und anderen Kleieprodukten finden, haben eine Schutzwirkung gegen Darmkrebs. Das trifft auch für die Vorstufen des Darmkrebses, die Darmpolypen, zu. Eine ballaststoffreiche Ernährung verhindert außerdem die Entstehung von Divertikeln. Das sind kleine sackartige Ausstülpungen der Darmwand, die sich entzünden können.

Ballaststoffe können nicht im Dünndarm, sondern nur durch die Darmbakterien im Dickdarm gespalten werden.

Praktischer Umgang mit Ballaststoffen

  • Die Lebensmittel sollten soweit wie möglich in ihrem natürlichen Zustand (kein Kochen, kein Konservieren) belassen werden.
  • Für reichliche Flüssigkeitszufuhr bei der Aufnahme von Ballaststoffen sorgen
  • Die Wirkung der Ballaststoffe in der Behandlung der Verstopfung setzt erst nach einigen Tagen ein. Zu Beginn der Kostumstellung können Völlegefühl, leichte Bauchschmerzen und Blähungen auftreten. Diese Anpassungsschwierigkeiten verschwinden jedoch in der Regel in einigen Tagen.

Lactoseintoleranz
Bei manchen Patient(inn)en können selbst kleine Mengen an Milchzucker Unverträglichkeitserscheinungen auslösen Am besten lassen Sie zunächst einmal alle Milchprodukte weg, und versuchen dann, nach und nach, kleinere Mengen zu essen. Studieren Sie beim Einkauf die Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Manche Hersteller geben eine Deklaration aller Inhaltsstoffe an. Sie garantieren mit dieser Angabe für Genauigkeit und Richtigkeit.
Folgende Produkte enthalten besonders viel Milchzucker (in g/100g):
Milchschokolade (8.1), Milch (4.7), Joghurt (4.6), Eiscreme (3.8), Emmentaler (2.1)

Fructoseintoleranz
Der Grenzwert der Verträglichkeit der Fructosemenge ist individuell festgelegt und muss von dem Patienten / der Patientin selbst herausgefunden werden. Dazu nimmt man zunächst ein bekanntes fructosehaltiges Lebensmittel nur in sehr kleinen Mengen auf. Lassen sich hierunter keine Beschwerden beobachten, kann man schrittweise die Menge soweit erhöhen, bis erste Beschwerden auftreten.

Glutenintoleranz (Zöliakie)
Gluten ist ein Eiweißbestandteil des Getreideklebers, der in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer und alle daraus hergestellten Lebensmittel enthalten ist. Erkrankte dürfen daher beispielsweise keine Nudeln und keine Backwaren essen, die aus glutenhaltigen Getreide hergestellt wurden. Glutenfrei sind alle naturbelassenen und unbehandelten Lebensmittel wie Mais, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Naturkäse, Milch usw.
Aber Klebeeiweiße finden sich auch dort, wo man es erst mal nicht vermuten würde: Viele Halbfertig- oder Fertigprodukte wie Suppen oder Soßen sind glutenhaltig. Die Substanz wird dort sehr häufig eingesetzt, da sie u. a. ein guter Trägerstoff für Aromen ist und als Emulgator dient. In der EU müssen seit dem 25. November 2005 glutenhaltige Lebensmittel als solche gekennzeichnet werden; das trifft allerdings nicht immer für die Zutatenliste zu. Wurde es als Zutat verwendet, so genügt gegenwärtig der Klassenname "Pflanzeneiweißerzeugnis". Auch bei nicht näher bezeichneten Verdickungsmitteln, Säuerungsmittel, Konservierungsstoffen und ähnlichen Zusatzstoffen ist nicht auszuschließen, dass sie Gluten enthalten. Bei Lebensmitteln aus anderen Ländern ist ein Glutengehalt auch in sonst „gluten-unüblichen“ Nahrungsmitteln möglich.

Reizmagen, Reizdarm
Folgende Nahrungsmittel lösen häufig Unverträglichkeitsreaktionen aus: Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen usw.), Gurken, frittierte Speisen, Vollkornprodukte (Müsli, Vollkornbrote), Weißkohl, kohlensäurehaltige Getränke, Grünkohl, fette Speisen, Paprikagemüse, Sauerkraut, Rotkraut, süße und fette Backwaren, Zwiebeln und Knoblauch, Wirsing, Pommes frites, Eier, frische Milch und Milchprodukte (besonders bei Lactoseintoleranz), frisches Brot, Bohnenkaffee, Kohlsalat, Kartoffelsalat, Geräuchertes, Mayonnaise, selbstverständlich Alkohol und Nikotin in größeren Mengen.

Diese Nahrungsmittel sollten Sie zunächst aus Ihrer Ernährung verbannen und durch eine leichte Vollkostnahrung ersetzen. Sie können dann stufenweise das eine oder andere ausprobieren und so herausfinden, wie Ihre individuelle Verträglichkeit ist.

Ernährungstipps und -hilfen

Ballaststoffe
Die Ernährung spielt bei den meisten Darmerkrankungen eine wichtige Rolle. Sie wirkt sich nicht nur auf die Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhlgangs aus, sondern ist darüber auch bei der Entstehung bösartiger Darmerkrankungen von Bedeutung. Insofern hat die Ernährung einen bleibenden Einfluss auf unsere Gesundheit.

Die Ernährung sollte:

  • zu regelmäßigen Stuhlgang führen
  • Abführmittel überflüssig machen
  • keinen breiigen Stuhl oder durchfallartigen Stuhl verursachen
  • Übergewicht vermeiden und soweit wie möglich vermindern helfen.

All dies lässt sich mit einer Ernährung erreichen, die reich an so genannten Ballaststoffen ist. Ballaststoffe sind Bestandteile pflanzlicher Zellen, die von unseren Verdauungssekreten nicht soweit aufgespalten werden, dass sie durch die Darmwand hindurch in die Blutgefäße gelangen - und sie können Wasser binden.

Was bewirken Ballaststoffe?

  • Positive Beeinflussung der Darmtätigkeit
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel haben eine sättigende Wirkung, sind meist arm an Kalorien und helfen damit vorhandenes Übergewicht abzubauen.
  • Lösliche Ballaststoffe, die in Äpfeln, Bananen oder auch im Hafer vorkommen, senken den Cholesterinspiegel und verringern das Herzinfarktrisiko
  • Unlösliche Ballaststoffe, wie sie sich z.B. in Getreide, vor allem in Vollkornprodukten, Weizenkleie und anderen Kleieprodukten finden, haben eine Schutzwirkung gegen Darmkrebs. Das trifft auch für die Vorstufen des Darmkrebses, die Darmpolypen, zu. Eine ballaststoffreiche Ernährung verhindert außerdem die Entstehung von Divertikeln. Das sind kleine sackartige Ausstülpungen der Darmwand, die sich entzünden können.

Ballaststoffe können nicht im Dünndarm, sondern nur durch die Darmbakterien im Dickdarm gespalten werden.

Praktischer Umgang mit Ballaststoffen

  • Die Lebensmittel sollten soweit wie möglich in ihrem natürlichen Zustand (kein Kochen, kein Konservieren) belassen werden.
  • Für reichliche Flüssigkeitszufuhr bei der Aufnahme von Ballaststoffen sorgen
  • Die Wirkung der Ballaststoffe in der Behandlung der Verstopfung setzt erst nach einigen Tagen ein. Zu Beginn der Kostumstellung können Völlegefühl, leichte Bauchschmerzen und Blähungen auftreten. Diese Anpassungsschwierigkeiten verschwinden jedoch in der Regel in einigen Tagen.

Lactoseintoleranz
Bei manchen Patient(inn)en können selbst kleine Mengen an Milchzucker Unverträglichkeitserscheinungen auslösen Am besten lassen Sie zunächst einmal alle Milchprodukte weg, und versuchen dann, nach und nach, kleinere Mengen zu essen. Studieren Sie beim Einkauf die Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Manche Hersteller geben eine Deklaration aller Inhaltsstoffe an. Sie garantieren mit dieser Angabe für Genauigkeit und Richtigkeit.
Folgende Produkte enthalten besonders viel Milchzucker (in g/100g):
Milchschokolade (8.1), Milch (4.7), Joghurt (4.6), Eiscreme (3.8), Emmentaler (2.1)

Fructoseintoleranz
Der Grenzwert der Verträglichkeit der Fructosemenge ist individuell festgelegt und muss von dem Patienten / der Patientin selbst herausgefunden werden. Dazu nimmt man zunächst ein bekanntes fructosehaltiges Lebensmittel nur in sehr kleinen Mengen auf. Lassen sich hierunter keine Beschwerden beobachten, kann man schrittweise die Menge soweit erhöhen, bis erste Beschwerden auftreten.

Glutenintoleranz (Zöliakie)
Gluten ist ein Eiweißbestandteil des Getreideklebers, der in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer und alle daraus hergestellten Lebensmittel enthalten ist. Erkrankte dürfen daher beispielsweise keine Nudeln und keine Backwaren essen, die aus glutenhaltigen Getreide hergestellt wurden. Glutenfrei sind alle naturbelassenen und unbehandelten Lebensmittel wie Mais, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Naturkäse, Milch usw.
Aber Klebeeiweiße finden sich auch dort, wo man es erst mal nicht vermuten würde: Viele Halbfertig- oder Fertigprodukte wie Suppen oder Soßen sind glutenhaltig. Die Substanz wird dort sehr häufig eingesetzt, da sie u. a. ein guter Trägerstoff für Aromen ist und als Emulgator dient. In der EU müssen seit dem 25. November 2005 glutenhaltige Lebensmittel als solche gekennzeichnet werden; das trifft allerdings nicht immer für die Zutatenliste zu. Wurde es als Zutat verwendet, so genügt gegenwärtig der Klassenname "Pflanzeneiweißerzeugnis". Auch bei nicht näher bezeichneten Verdickungsmitteln, Säuerungsmittel, Konservierungsstoffen und ähnlichen Zusatzstoffen ist nicht auszuschließen, dass sie Gluten enthalten. Bei Lebensmitteln aus anderen Ländern ist ein Glutengehalt auch in sonst „gluten-unüblichen“ Nahrungsmitteln möglich.

Reizmagen, Reizdarm
Folgende Nahrungsmittel lösen häufig Unverträglichkeitsreaktionen aus: Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen usw.), Gurken, frittierte Speisen, Vollkornprodukte (Müsli, Vollkornbrote), Weißkohl, kohlensäurehaltige Getränke, Grünkohl, fette Speisen, Paprikagemüse, Sauerkraut, Rotkraut, süße und fette Backwaren, Zwiebeln und Knoblauch, Wirsing, Pommes frites, Eier, frische Milch und Milchprodukte (besonders bei Lactoseintoleranz), frisches Brot, Bohnenkaffee, Kohlsalat, Kartoffelsalat, Geräuchertes, Mayonnaise, selbstverständlich Alkohol und Nikotin in größeren Mengen.

Diese Nahrungsmittel sollten Sie zunächst aus Ihrer Ernährung verbannen und durch eine leichte Vollkostnahrung ersetzen. Sie können dann stufenweise das eine oder andere ausprobieren und so herausfinden, wie Ihre individuelle Verträglichkeit ist.